blau Hermes Mannes flache Schuhe (Online-Shop)Hermes braun Bügeluhr (Schnelle Lieferung)schwarz weiß red Hermes Mannes Turnschuhe (Eine kluge Wahl) Wir richten uns ein, beziehen die Betten mit wei?en Laken. Tee wird serviert. Tee kann man vierundzwanzig Stunden ?ber bestellen, niemand vom Personal wird etwas dagegen haben.
An einer Wand der Wartehalle h?ngen zwei ?berdimensionale Anzeigetafeln, die jedem europ?ischen Gro?flughafen zur Ehre gereichten. Die rechte Tafel zeigt die Zeiten f?r die Bahnsteige rechts, die linke Anzeigetafel die der linken. Das sollte man nicht zu w?rtlich nehmen, denn es kommt oft vor, dass ein rechts angezeigter Zug links abf?hrt und umgekehrt. Der Russe wei? so etwas, ich hatte Probleme damit.
Die Russen geben Entfernungen in Zeitzonen oder in Eisenbahnstunden an. Beispielsweise von Moskau bis Perm f?hrt man 25 Stunden, oder 2 Zeitzonen, bis Wladiwostok ist man anderthalb Wochen unterwegs, das sind 8 Zeitzonen. Von Perm nach Jekaterinburg sind es nur 8 Stunden und es ist die gleiche Zeitzone. F?r russische Verh?ltnisse also ganz in der N?he.
Wir sitzen in der riesigen Wartehalle des Bahnhofs, warten auf den Zug nach Jekaterinburg. Der Bahnhof ist so richtig sch?n sowjetisch nostalgisch. Er wurde in den drei?iger Jahren erbaut und ist wunderbar mit Kronleuchtern und bunten folkloristischen Malereien an den Stuckdecken ausgestattet, ?hnlich den Metrostationen in Moskau.
Wir gehen zu unserem Waggon. Beim Einstieg werden unsere Fahrkarten und P?sse kontrolliert. Der Terrorismus hat Russland nicht ausgespart, die Kontrollen sind sehr gr?ndlich. Wir steigen ein und werden zu unserem Abteil geleitet. Wirklich geleitet, die M?he macht man sich bei der russischen Eisenbahn.
Beeindruckend sind die angezeigten Endziele der Anzeigetafeln. Da liest man Namen wie Wladiwostok, Peking, Seoul, oder Astana in Kasachstan, oder Moskau und Warschau. Zu vielen der angezeigten Ziele ist man nicht Tage, sondern Wochen unterwegs. Die angegebenen Zeiten entsprechen der Zeitzone von Moskau.
In 2007 reiste ich mit meiner Frau von Perm nach Jekaterinburg, nach russischen Vorstellungen ein Katzensprung.
Ich war oft in Russland, das erste Mal 1988 in Moskau. In all den Jahren habe ich es nie erlebt, dass ein Russe mir ablehnend gegen?ber getreten w?re. Nat?rlich spricht man ?ber den Krieg, beinahe jede Familie hatte im letzten Weltkrieg Opfer zu beklagen. Die ?berwiegende Mehrheit der Russen zeigt aber eine Toleranz, die uns Westeurop?ern oft abgeht.
Von Perm bis Jekaterinburg sind es rund 600 km. Der Zug f?hrt sehr langsam und am n?chsten Morgen gegen 8 Uhr erreichen wir Jekaterinburg. Es ist eine Nachtfahrt, ich habe nicht viel von der Landschaft gesehen.
Wir fahren am gleichen Nachmittag zur?ck nach Perm und ich bewundere die Landschaft. Viel ist nicht zu sehen, weite endlose W?lder, Birken Birken Birken, zur Abwechselung mal Tannen, einzelne kleine D?rfer. An einigen D?rfern h?lt der Zug, ich sehe F?rdert?rme der Bergwerke. Wir durchqueren die Rohstoffreserven Russlands.
Der ganze Zug hat das Flair der drei?iger Jahre und ist blitzsauber. In unserem Zug sind die Sitze und Betten der Coupes mit gr?nem Samt bezogen, Mahagoniholz an den W?nden, unter dem Fenster haben wir einen kleinen Mahagonitisch, kunstvoll geschn?rkelte Messinghaken an den W?nden. Ein paar antik gestaltete Leselampen runden das Bild ab. Auch ein ViererCoupe ist so ausgestattet, das ist russischer Standard. Die Z?ge sind sehr komfortabel.
Von Essen bis nach Berlin fahre ich so lange, wie von einem Ende Moskaus bis zum anderen. Nicht mit der Metro, die schafft das in zwei Stunden. Aber mit dem Auto ist man Tage unterwegs. Na ja, das ist ?bertrieben, aber man sollte sicherheitshalber eine l?ngere Verschnaufpause auf dem Roten Platz einplanen.
Der Bahnhof von Jekaterinburg ist noch bombastischer als der von Perm. Er stammt auch aus den drei?iger Jahren, ist aber in noch besserem Zustand. Das gilt f?r ganz Jekaterinburg, f?r die Stra?en und den ?ffentlichen Nahverkehr. Ein Grund daf?r ist sicher, dass der fr?here Pr?sident Jelzin aus Jekaterinburg stammt. Er hat gut f?r seine Heimatstadt gesorgt.
23 Uhr, unser Zug ist eingelaufen. Der Zug hat nur Schlafwagenabteile, in Russland beinahe Standard. Auf kurzen Strecken, ein oder zwei Stunden, sitzt man, auf langen Strecken schl?ft man. Wenn man nicht schl?ft, isst man, oder man trinkt. Ich will jetzt nicht die bekannte Leier anfangen, alle Russen w?ren Alkoholiker. Das ist nicht so. Ich kenne gen?gend Russen, die keinen Tropfen trinken. Aber Eisenbahnfahrten in Russland sind extrem langweilig. Von Moskau bis Wladiwostok? Das geht nicht ohne Wodka.
Aber, das muss gesagt werden, im Vergleich zum Flugzeug ist die russische Eisenbahn verh?ltnism??ig teuer.
Der Zug h?lt ein paar Mal, Minenarbeiter steigen zu. Ab und zu sehe ich berbleibsel aus sowjetischen Zeiten, Hammer und Sichel aus Beton, ein gro?es LeninStandbild. So ganz sind die politischen Ver?nderungen in den Regionen weiter weg von Moskau noch nicht angekommen. Die Russen sind Pragmatiker, sagen sich warten wir mal ab, was noch so alles kommt. Man wei? ja nie, vielleicht brauchen wir den Lenin und sein Standbild noch einmal. Oder Hammer und Sichel.
Wenn sich Russen zu einem Familienfest treffen, dann sitzen sie oft eine Woche im Zug, f?r eine Feier, die gerade mal einen Tag dauert. Man trifft sich oft, mindestens einmal jedes Jahr zum Gedenken der Verstorbenen, zum Besuch der Friedh?fe. Die Russen sind Familienmenschen.
Meine Frau stammt aus Perm, eine Kusine ihrer weit verstreuten Familie lebt am Baikal, eine andere in Wladiwostok, ein gerade verstorbener Onkel lebte in Hamburg und eine Kusine wohnt am Schwarzen Meer. Das sind die Eckpunkte eines Vielecks, in dem noch viele Tanten, Onkel, Kusinen, Neffen und Nichten in Moskau, St. Petersburg, in Chita, Irkutzk und Wladiwostok leben. Das Telefonbuch meiner Frau ist eine Sehensw?rdigkeit.
??ine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn
Auf l?ngeren Reisen sollte man den Kontakt zu den russischen Mitreisenden suchen. Das ist sehr einfach, Russen sind sehr kontaktfreudig. Vor der Sprache braucht man keine Angst zu haben, viele Russen sprechen etwas Englisch und die lteren sprechen h?ufig auch etwas Deutsch. Also zehn bis zwanzig W?rter Russisch, die hat man schnell gelernt und Zeit genug hat man auch, vermischt mit Deutsch und Englisch gew?rzt mit etwas Wodka so kann man auch die endlose Fahrt von Moskau bis Wladiwostok ?berstehen. Oder man sucht sich einen Schachspieler, da kommt man sogar ohne Sprachkenntnisse aus.